Wie mächtig ist Fethullah Gülen? WDR-Doku über Gülens Netzwerke in Deutschland

Bürgerinitiative für Deutschland:

„Der gescheiterte Putsch vom 15.7.2016 wird in der Türkei, nicht nur von Erdogan, Fethulla Gülen und seinen Anhängern mit Unterstützung der USA angelastet. Der türkische Staat wird gerade rigoros „gesäubert“, tausende werden aus Schulen, Polizei, Justiz und anderen Teilen des Staatsapparates entlassen. Die Begründung dafür ist, dass sie zum Gülen-Netzwerk gehören sollen.
In unseren Medien wird zwar der Name Gülens genannt und auch darüber berichtet, dass die Auslieferung Gülens von den USA gefordert wird, wer dieser Gülen ist, wird jedoch kaum näher beleuchtet. ( Und das obwohl sich sogar Bill Clinton bei ihm für seine Unterstützung beim Ausbau der türkisch-amerikanischen Beziehung und speziell für seine Freundschaft zu ihm und Hillary bedankte https://youtu.be/OJpSN-QnNC8 )
Sowohl Massenmedien, als auch sämtliche Kritiker aus dem gesamten politischen Spektrum sprechen nur pauschal von einer Verhaftungswelle „Oppositioneller“, ohne die Möglichkeit, dass an den Anschuldigungen auch nur ein Fünkchen Wahrheit sein könnte, in Betracht zu ziehen.
2013 sah das noch etwas anders aus. Damals zeigte der WDR um 22:00 eine Dokumentation über die Verflechtungen der Gülen-Bewegung in Deutschland, die hier u.a. 200-300 Schulen betreiben soll, und in der Türkei.
Der Spiegel schrieb:
„[…]Die Gemeinde (Türkisch: „Cemaat“) ziehe demnach ihre Kader auf der ganzen Welt in sogenannten Lichthäusern heran, einer Mischung aus Wohngemeinschaft und Koranschule. Gülen sei ihr Guru, ein Ideologe, der keinen Widerspruch dulde. Sein Streben gelte Macht und Einfluss, nicht Verständigung und Toleranz. Er träume von einem neuen Zeitalter, in dem der Islam über den Westen herrscht.

Experten kommen zu ähnlichen Einschätzungen. Der niederländische Soziologe Martin van Bruinessen sieht Parallelen zwischen der Gülen-Gemeinde und dem katholischen Geheimbund Opus Dei. Der amerikanische Historiker und Nahost-Kenner Michael Rubin vergleicht den türkischen Prediger mit dem iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini. Und US-Diplomaten halten die Gülen-Gemeinde, das geht aus den WikiLeaks 2010 zugespielten Botschaftsdepeschen hervor, für die mächtigste islamistische Gruppierung in der Türkei: „Sie kontrolliert Handel und Wirtschaft und hat die politische Szene tief unterwandert.“ […] Nach Informationen von US-Diplomaten gehörten 2004 fast ein Fünftel der AKP-Abgeordneten der Gülen-Gemeinde an, unter ihnen der Justiz- und der Kulturminister.

Viele Staatsbeamte würden auf Befehl der „Gülen-Brüder“ handeln, berichtet ein hochrangiger Aussteiger. „Sie waren unsere Schüler. Wir haben sie ausgebildet und unterstützt. Wenn diese dankbaren Kinder ihr Amt antreten, dienen sie weiterhin Gülen.“ Der ehemalige Polizeidirektor Adil Serdar Saçan schätzte 2006, die Fethullahçis würden mehr als 80 Prozent der türkischen Polizei in höheren Positionen stellen. […] Das alles klingt harmlos, so tolerant wie friedlich. Aber was Kritikern widerfahren kann, erlebte Ilhan Cihaner in der Türkei: „Wer sich mit Gülen anlegt, wird vernichtet“, sagt der ehemalige Oberstaatsanwalt. Er ist unter säkularen Türken ein Held, seit er 2007 gegen die Gülen-Gemeinde ermittelt hat. Cihaner hatte, wie er erzählt, Hinweise auf illegale Geldgeschäfte innerhalb der Cemaat erhalten. Auf Druck der Regierung sei ihm das Verfahren jedoch entzogen worden. 2010 wurde er verhaftet.[…] “
http://www.spiegel.de/…/islam-das-treiben-des-tuerkischen-p…

Die einstigen Weggefährten Gülen und Erdogan haben sich entzweit. Seit einigen Jahren tobt nun der Machtkampf zwischen beiden Lagern, bei dem sich beide nicht viel nehmen.
Der Spiegel schrieb 2013 in einem weiteren Artikel:
„Staatsanwälte ermitteln gegen seine Minister, Prominente verlassen seine Partei, Unterstützer wenden sich ab: Die Macht des türkischen Premierministers Erdogan erodiert. Mit seinem einstigen Verbündeten der islamistischen Gülen-Bewegung erwächst ihm ein starker Feind.“
http://www.spiegel.de/…/erdogan-gegen-guelen-machtkampf-in-…

In Anbetracht der Verflechtungen dieses Netzwerkes ist es durchaus möglich, dass die vielen Entlassenen und Verhafteten diesem Netzwerk angehörten. Es dürfte auch kein Zweifel daran bestehen, dass es genau solchen massenhaften Entlassungen und Verhaftungen gekommen wäre, wenn der Putsch Erfolg gehabt hätte – nur wären die Betroffenen dann eben aus Erdogans Lager.

Es geht dort um innere Angelegenheiten der Türkei, die nur die Türken selbst lösen können. Wir sollten es tunlichst vermeiden uns dort einzumischen und gar Partei für irgendwen zu ergreifen.

Hat Erdogan plötzlich eine Wendung vollzogen? Wird ein „Guter“, weil er vorgibt, sich der russischen Seite zu nähern und die amerikahörigen Elemente aus dem Staatsapparat zu entfernen?
Wir wissen es nicht. Erdogan hat sich bisher nicht gerade als glaub- oder vertrauenswürdig erwiesen.“

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