„Russlands Aggression in Georgien“ – NATO-Lüge entlarvt

Russische Truppen 2008 Georgien / Süd-Ossetien
Russische Truppen 2008 Georgien / Süd-Ossetien

Dass Russland angeblich Georgien überfiel, wurde vom ersten Tag an (07. bzw. 08.08.2008) in den westlichen Medien verbreitet. Nun wurde aber aktuell in einem Video und einem Artikel des staatseigenen Senders der USA „Radio Free Europe“ ein NATO-General zitiert, der die Verstärkung der Truppen im Baltikum mit der „Aggression“ Russlands in der Ukraine, Syrien (!!!!!!!) und Georgien begründete. Die Absurdeste aller Behauptungen (Syrien) lasse ich einfach so stehen und gehe stattdessen auf Georgien ein, da durch die westlichen Medien der Eindruck entstanden ist, dass Russland Georgien angegriffen hätte (Bild titelte: „Russlands Panzer rollen!“).

Wenn das ein informierter NATO-General von sich gibt, dann kann das nur eine bewusste Lüge sein. Denn bereits im September 2009 wurde ein Bericht einer EU-Kommission unter der Leitung von Heidi Tagliavini veröffentlicht, der Georgien als den Initiator der Kampfhandlungen vom 07/08.08.2008 ausmacht. Doch relativiert der Bericht die Schuld Georgiens mit der absurden Behauptung, der Konflikt wäre schon lange vorher am Brodeln gewesen und es wäre daher nur schwer den alleinigen Schuldigen auszumachen. Und das obwohl sie ein Jahr Zeit hatte und laut einem Wikipedia-Artikel der dieser Frage nachgeht, der Kommission ein Budget von 1,6 Mio € zur Verfügung stand und zu ihr laut BBC 30 militärische und Geschichtsexperten gehörten.

Nun wie auch immer. Fakt ist: Georgien bzw. Saakarschwilli hat nachweislich Süd-Ossetian angegriffen und dabei mehrere russische Soldaten, die seit den 90ern an der Grenze zwischen Georgien und Süd-Ossetien stationiert sind, sowie zahlreiche Zivilisten getötet. Insgesamt kamen bei dem Konflikt knapp 1000 Menschen um und marschierte Russland im Verlaufe dessen in Georgien ein, um die von den USA, Israel und der EU hoch gerüstete georgische Armee zu entwaffnen und damit eine Wiederholung eines solchen Szenarios auszuschließen. Putin nach sollen in der Zone der Kampfhandlung auch US-amerikanische Soldaten anwesend gewesen sein, was er in einem Interview für die CNN ansprach. Er vermutete damals, dass Washington damit den damals anstehenden Wahlkampf beeinflussen wollte. Der Angriff wurde auch im georgischen Fernsehen von einem georgischen General offen verkündet (das Video habe ich vor Jahren mal gesehen, finde es aber nicht mehr).

Doch als ob das nicht reichen würde, behauptet nun auch noch eine ehemalige georgische Präsidentin ( Nino Burdschanadse ), die zusammen mit Saakaschwilli nach einem us-finanzierten Putsch im Jahr 2003 („Rosenrevolution“) an die Macht kam, dass alleine Saakaschwilli für den Krieg verantwortlich ist! Dafür wird sie nun von US-Marionetten als Agentin Kremls diffamiert.

Da die westlichen Medien darüber bisher nichts gebracht haben und ich nur auf Russisch einen Link habe, verlinke ich stattdessen ein fünf Monate altes Radio-Free-Europe-Interview mit ihr (Russisch mit englischen Untertiteln), wo sie ähnliche Aussagen macht. Und hier noch als Ergänzung ein Auszug aus ihrem offenen Brief an Saakaschwilli vom 24.10.2008, welcher auf einem georgischem News-Site, der von den UN und der Schweizer Botschaft finanziert wird, veröffentlicht wurde.

„I announce that in case of one more adventure Georgia will lose young people, territories, it will finally lose the western trust and support, any perspective of joining Euro-Atlantic structures and will face a great deal of such problems, which are even unpredictable.You should make a choice – what is more important for you – the country, the promises given to the people in 2003 or securing your personal power.Purposeful planting of a syndrome of fear in the society should be over. Let people have adequate information and then let the free and informed society make a decision about the mandate of trust.I will struggle to ensure the after five years of the revolution the country no more faces a problem of stability, justice and elementary freedom. I should be honest before the generation of my children!“

Sie macht also nach 5 Jahren der „Revolution“ Saakaschwilli den Vorwurf dieselbige verraten, das Land in den Ruin getrieben und nichts aus den Ereignissen im August 2008 gelernt zu haben und bittet diesen Irren weitere „Abenteuer“ Georgien zu ersparen und anstatt krampfhaft an seiner Macht festzukrallen, die Medien und die Gesellschaft wieder frei (=demokratisch) zu machen, so wie das am Anfang der Revolution angestrebt wurde. Davon dass das kein Gelaber einer machtgierigen Oppositionspolitikerin, sondern als repräsentative Meinung der Bevölkerung Georgiens betrachtet werden kann zeugt dieser euronews-Artikel.

Selbst Foreign Policy attestiert ihm einen autoritären, antidemokratischen Führungsstill, Unausgeglichenheit und Unterdrückung der oppositionellen Medien: „Then there is the question of his international reputation. In off-the-record conversations, high-ranking European leaders describe Saakashvili as an erratic, unbalanced leader, whose impulsiveness led him and his former homeland, Georgia, into unnecessary peril.“

Und weiter: „he caused significant damage to Georgia’s democracy by short-circuiting due process, violently suppressing opposition protests, and clamping down on opposition media outlets. This should all raise serious alarm bells.“

Wie Foreign Policy richtig feststellt hätten bei ukrainischen und EU-Verantwortlichen die Alarmglocken läuten müssen als Poroschenko ihn letztes Jahr zum Govourneur von Odessa ernannte nachdem die georgische Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen ihn wegen Korruption und  Verwicklungen in Morde ausstellte. Doch auf offizieller Ebene scheint sich in der EU niemand daran zu stören, dass jemand der nachweislich einen Krieg mit Russland anzettelte, nun zum Gouverneur eines absolut identischen Konfliktherdes ernannt wird. Dabei meine ich nicht die Ukraine, sondern Transnistrien. Dort sind genauso wie in Süd-Ossetien seit den 90ern russische Friedenstruppen an der Grenze zu Moldawien stationiert. Wie man auf den beiden Bildern unten sehen kann, hat das Gebiet Odessa eine mehrere hundert km lange Grenze mit Transnistrien. Die russischen Soldaten werden über die Ukraine auf dem Luftweg versorgt. Sollte Ukraine den Luftraum sperren, wird es mit Sicherheit zu offenen bewaffneten Konflikt kommen. Und schon kurze Zeit nach der Ernennung Saakarschwillis zum Gouverneur von Odessa, kamen die ersten beunruhigenden Meldungen bezüglich Transnistriens: das Azow-Battalion (dessen Mitglieder Hakenkreuze und Reichsadler zu ihren liebsten Tatoo-Motive auserkoren haben) und ukrainische „Aktivisten“ blockierten eine Straße von Odessa nach Transnistrien. Doch auch von der NATO-Seite direkt, ohne Umwege über US-Marionetten in der Ukraine gibt es Provokationen. Und zwar schickte Rumänien, welches Moldawien als Sphäre eigenen Einflusses betrachtet über das Territorium Transnistriens militärische Drohnen, um militärische Basen der Russen auszuspähen (warum die Führung Transnistriens nichts dagegen unternahm, ist ein anderes Thema)

karte-transnistrien-grenze-ukraine-moldawien
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odessa-ukraine-transnistrien-moldawien
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Dass der Überflug durch Rumänen nicht von ungefähr kommt, zeugt eine Studie des Pentagons (US Army War College – Project 1704). Wie man aus ihr entnehmen kann, kalkulieren die USA einen möglichen Ausbruch einer bewaffneten Konfrontation mit Russland unter anderem auch in Transnistrien. Hier noch eine kürzere Zusammenfassung derselben Studie.

Sollte Putin also nicht durch eine „Bunte Revolution“ gestürzt werden können (was eher höchst unwahrscheinlich sein dürfte, doch was die Amis auch „durchgespielt“ haben), dürfen wir uns auf eine Konfrantation ausgehend von Transnistrien oder den baltischen Staaten freuen. Wobei aktuell sieht es eher nach den baltischen Staaten aus.

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