Heute vor 98 Jahren
griffen die USA Russland an

Bürgerinitiative für Frieden in der Ukraine:
Heute – vor fast 100 Jahren griffen die USA Russland an und besetzten die russische Fernost-Stadt Wladiwostok.

Die schließlich aus 7.950 Soldaten bestehende American Expeditionary Force Siberia wurde von Generalmajor William S. Graves kommandiert.

Parallel zum Angriff auf Wladiwostok im russichen Fernen Osten – wurden 5000 US-amerikanische Soldaten als Teil der eigenständigen „Polar Bear Expedition“ von Präsident Wilson zur Besetzung der nord-russischen Stadt Archangelsk entsendet.

Später wird US-Präsident Wilson behaupten dass „die USA gleichermaßen das Bedürfnis, Russland bei der Aufrechterhaltung der Autonomie und der Selbstverteidigung unterstützen wolle, sofern seitens der Russen die Bereitschaft vorliege, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen“ – und deshalb russische Städte besetzten. Andere Argumente waren die militärische „Unterstützung“ der Weißarmee (Weißgardisten) gegen die Rote Armee. (Kommt euch dabei nicht ein bisschen das heutige Syrien in den Kopf?)

Man versteht natürlich allzu gut, dass die USA und Großbritannien die Gunst der Stunden nutzen wollten – und Gebiete des aufgrund des parallel laufenden 1.Weltkriegs, sowie russischen Bürgerkriegs kurz vor dem Zerfallen stehende und geschwächte Russland zu besetzen und einzuverleiben. Beispielsweise besetzten britische Truppen am 04.08.1918 die damals noch zu Russland gehörende und an Erdöl-reiche kaspische Stadt Baku. Britische Truppen gingen auch in den nord-russischen Hafenstädten Murmansk und Archangelsk von Bord. (1200 britische und französische ‚Elite‘-Soldaten, sowie 5000 US-Soldaten)

Am 11.06.1918 ging z.B. eine 150 Mann starke Gruppe US-amerikanischer Marinesoldaten in Murmansk an Land. 28.06.1918: Die Rote Armee eröffnet die Kämpfe gegen „alliierte Truppen“ der Interventen nahe Murmansk. 14.07.1918 – Britische und US-amerikanische Truppen besetzen die Eisenbahnlinie in Murmansk. Schwere Gefechte folgen. 12.10.1919 – Die letzten britischen Truppen verlassen Murmansk.

Im Dezember 1918 landete ein französisch-griechisches Kontingent von 1.000 Soldaten in Odessa. Unterstützt wurde es von einem französischen Flottenverband. Als sich das Kriegsgeschehen näherte, kam es zu einem Aufstand in der französischen Schwarzmeerflotte (bei der die rote Fahne gehisst wurde), die Meuterer erzwangen im April 1919 den Rückzug Frankreichs. Die letzten Ententetruppen verließen Odessa am 7. April 1919. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_Bürgerkrieg)

Im Gegensatz zu den anderen „alliierten“ Kommandeuren von Interventionstruppen in Russland glaubte US-General Graves, dass die Mission in Sibirien nur den Zweck hatte, geliefertes US-amerikanisches Eigentum zu sichern und die Tschechoslowakische Legion aus Russland zu evakuieren – nicht aber, gegen die Bolschewiki zu kämpfen. Durch seine stetigen Aufrufe zur Zurückhaltung kollidierte er häufig mit den Kommandeuren der britischen, französischen und japanischen Streitkräfte, die ebenfalls Truppen in dieser Region Russlands hatten und von ihm eine noch aktivere Beteiligung bei der militärischen Intervention in Sibirien verlangten. (Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/American_Expeditionary_Force_Siberia)

Wegen des Mangels an Soldaten baten Großbritannien und Frankreich die USA, Truppen für eine Intervention in Nordrussland und eine weitere in Sibirien zu entsenden. 1918 entschied Präsident Woodrow Wilson, gegen den Rat des amerikanischen Kriegsministeriums 5.000 Soldaten als „North Russia Expeditionary Force“ (Amerikanische Nordrussische Expeditionstruppe) (auch als „Polar Bear Expedition“ bekannt) zu entsenden, sowie weitere 10.000 als „American Expeditionary Force Siberia“ (Amerikanische Expeditionstruppe Sibirien). Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sibirische_Intervention

In Russland umfasste das tschechoslowakische Heer Anfang 1919 ca. 60.000 Mann, später bis zu 90.000 Söldner. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tschechoslowakische_Legion)

Ihr Ziel war Plündern in Russland: Ab Anfang 1919 begann die Tschechische Legion mit dem abschnittsweisen Abzug in Richtung Irkutsk und begleitete den Rückzug der Armee Koltschaks. Nach dem Zusammenbruch der weißen Front kämpfte sie nur mehr zur Selbstverteidigung. Sie führte den Großteil des Zarengoldes mit sich. Anfang 1920 regelte ein Vertrag mit den Sowjets den ungehinderten Weitertransport nach Wladiwostok. Zur gleichen Zeit stellte der Oberbefehlshaber der alliierten Interventionstruppen in Sibirien, Maurice Janin, Koltschak unter den „alliierten Schutz“ der Legion. Als Gegenleistung für freien Abzug erhielt die Tschechoslowakische Legion in Irkutsk 30 Waggons Kohlen und lieferte den militärischen Führer der „Weißen“, Admiral Koltschak, an die Bolschewisten aus, die ihn exekutierten. Am 15. Januar 1920 verließ das erste Schiff Wladiwostok, am 2. September das letzte, die Soldaten dieses Transports erreichten am 20. November 1920 Prag. Insgesamt verließen dadurch 67.738 Legionäre das damalige Bürgerkriegsland Russland.

Über die Tschechische Legion in Russland:
Der Stolz, als „Speerspitze der Alliierten“ zu kämpfen, und die Erfolge waren verblasst. Viele Legionäre waren Abenteurer, einige Offiziere waren von Ruhmsucht und Habgier getrieben. Die erwartete Unterstützung durch alliierte Truppen war für sie nicht erkennbar und deren Zielsetzung völlig unklar. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tschechoslowakische_Legion)

Die US-Soldaten machten in Sibirien sehr schlechte Erfahrungen. Weit verbreitet waren Nachschubprobleme mit Treibstoff, Munition und Nahrung. Die an moderate Temperaturen gewöhnten Pferde konnten bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt nicht eingesetzt werden. Wassergekühlte Maschinengewehre froren ein und wurden nutzlos.

Die letzten US-Amerikaner verließen Sibirien am 1. April 1920. Während des 19-monatigen Einsatzes in Sibirien starben durch verschiedene Ursachen 189 Soldaten der American Expeditionary Force Siberia. Zum Vergleich: bei der kleineren Polar Bear Expedition kamen während der nur 9 Monate dauernden Gefechte bei Archangelsk insgesamt 235 Soldaten ums Leben.

Die Motive, die Japan mit der Intervention in Sibirien verfolgte, waren komplex und schwer nachzuvollziehen, ähnlich wie die von USA. Offiziell hieß es, Japan ginge wie auch die USA und die anderen Nationen der Koalitionstruppen nur deshalb nach Sibirien, um das dortige Kriegsmaterial zu sichern und die Tschechoslowakische Legion zu „retten“.

1920 unterstützten die USA und Japan den ausgerufenen Pseudo-Staat im russischen Fernen Osten – die „Amur Regierung“ („Küstenrepublik“) und „Fernöstliche Republik“:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernöstliche_Republik
https://de.wikipedia.org/wiki/Provisorische_Amur-Regierung

Zwischen April 1918 und 1922 besetzten in der Sibirischen Intervention mehr als 70.000 Soldaten der Kaiserlich Japanischen Armee Wladiwostok und Teile der russischen Pazifikküste. Im Februar und März 1920 kam es zum Nikolajewsk-Zwischenfall, der in einem Massaker an mehreren hundert Japanern in der Stadt Nikolajewsk am Amur gipfelte. Um nach dem Nikolajewsk-Zwischenfall einen direkten Krieg zwischen Sowjetrussland und Japan zu verhindern, gründete Sowjetrussland am 6. April 1920 als „Pufferstaat“ die Fernöstliche Republik.

Mit dem siegreichen Vormarsch der Roten Armee sahen schließlich auch die Sowjets keine Notwendigkeit mehr in einer US- und Japan-angestrebten „Verhandlungslösung“. Noch im September 1922 zog die japanische Armee unter der Gefahr ihrer Vernichtung endgültig aus Russland ab. Auf deutsch gesagt – Russland berappelte sich wieder und warf alle Interventen & Besatzer aus dem Land. 5000 japanische Soldaten kamen bei dem Besatzungsversuch von Teilen Russlands ums Leben.

US-Präsidentenberater Zbignew Brezinski, zum Beispiel, skizzierte 1997 in seinem Artikel «Geostrategie für Eurasien» das Konzept der US-Politik wie folgt: … Russland als eine euroasiatische Grossmacht sei zu beseitigen; an seiner Stelle sei eine Konföderation zu schaffen, bestehend aus der Russischen Europäischen Republik, der Sibirischen und der Fernöstlichen Republik.“ (Quelle: https://web.archive.org/web/20051220065717/http://www.zeit-fragen.ch/ARCHIV/ZF_94d/T08.HTM)

Quelle – siehe 15.08.1918: http://www.wispor.de/wpx-1918.htm

Bildquellen:
http://waralbum.ru

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