Frankfurter Allgemeine:
Putsch nicht von Erdogan inszeniert

„Doch selbst wenn er wie das Werk von Amateuren aussah, hatten Offiziere den Coup von langer Hand geplant. Er war nicht, wie manche Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan immer noch behaupten, von ihm inszeniert, um eine beispiellose Entlassungs- und Verhaftungswelle in Gang zu setzen.

Durch Recherchen unabhängiger türkischer Medien und Äußerungen von Kennern des türkischen Machtapparates sind inzwischen viele Details der Putschnacht bekanntgeworden. Aus dem Bild, das sich daraus ergibt, kann man den Schluss ziehen, dass der Putsch aus vier Gründen gescheitert ist: Er musste vorgezogen werden, so dass nicht alle Teile des Plans rechtzeitig aktiviert werden konnten; der Generalstab und wichtige Generäle in führenden Positionen lehnten eine Beteiligung ab; anders als bei früheren Militärcoups hatten die Putschisten die Mehrheit der Bevölkerung gegen sich; und mit sicherem Instinkt tat Erdogan mit traditionellen und modernen Mitteln der Politik unmittelbar nach Beginn des Putsches das, was für sein Überleben das Richtige war. Andere türkische Politiker an seiner Stelle hätten die ersten Stunden des Putsches womöglich nicht überlebt.“
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/versuchter-staatsstreich-erdogan-zog-in-der-putschnacht-nicht-die-faeden-14365977.html

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