Rostislav Ischenko’s Sicht auf die aktuelle Lage in der Ukraine

Rostislav Ischenko ist ein ukrainischer Historiker aus Kiew, ehemals hochrangiger ukrainischer Politiker (mehrere Ämter im Außenministerium und in der Administration des ukrainischen Präsidenten) und aktuell Leiter des „Zentrums für System-Analyse und -Prognose“. Lebt derzeit in Moskau. In zahlreichen Artikeln beschreibt er wie kaum ein anderer treffend die globale geopolitische Sachlage. Im folgenden Artikel geht er auf die Ziele der USA in Europa und speziell in Russland ein. Übersetzt aus dem Russischen von Alexander Podlubnij. Bei Verwendung bitte stets einen Link auf die Bullshitfree-Webseite oder -Facebook-Seite  angeben.

„Spätestens Anfang Mai wird in Kiew und Donezk aber auch in Moskau und Brüssel ein neuer Angriff der Nazi-Armee auf die Republiken des Donbass’ erwartet. Dabei sagen ihr alle eine schnelle Zerschlagung voraus und erwarten logischerweise, dass anschließend die, zu einer vollwertigen Armee verwandelten, bewaffneten Kräfte der Donezker und Luhansker Volksrepubliken, so schnell gen Westen vorzudringen beginnen, wie sie nur können (hängt davon ab wie schnell die Anzahl der Soldaten zwecks einer vollwertigen Kontrolle über das gesamte Territorium der Ukraine auf 200-300 Tausend erhöht werden kann).

Wahrscheinlich muss sich alles genauso ereignen. Vielleicht werden die Kampfhandlungen etwas früher beginnen, vielleicht etwas später, aber sie müssen beginnen und die Kiewer Streitkräfte müssen eine vernichtende Niederlage erfahren. Es gibt nur ein Problem: was für alle auch nur annähernd zurechnungsfähige Menschen auf dem eurasischen Kontinent offensichtlich ist, muss es auch für Washington sein. Und die USA haben sicherlich nicht vor, so mir nichts, dir nichts, die Unternehmung in der Ukraine zu verlieren.

Wir haben damit folgende Ausgangspositionen:

-der Angriff ukrainischer Truppen muss unvermeidlich in der Zeit zwischen Ende März und Mitte Mai beginnen;

-die ukrainische Armee muss im Laufe dieses Angriffs eine niederschmetternde Niederlage erfahren, danach wird die Einnahme des ukrainischen Territoriums durch die bewaffneten Kräfte der Donezker und Lugansker Volksrepubliken nur noch zu einer Frage der Zeit und nicht des Prinzips;

-hinzu kommt, dass vor dem Angriff, nach der Niederlage oder während dieser Prozesse die große Gefahr besteht, dass in Kiew und Umgebung bewaffnete Zusammenstöße zwischen um die Macht und Einfluss kämpfenden militarisierten Nazi-Gruppierungen statt finden werden, was dem Kiewer Regime endgültig die Legitimation entziehen wird

-all das führt zu einer Niederlage der USA. Jedoch verfügen die USA noch über eine ausreichende Festigkeit, um die Niederlage nicht zu akzeptieren und zu versuchen aus der Situation in der Ukraine geopolitischen Profit zu schlagen;

-dies muss noch vor dem Sturz des Kiewer Regimes geschehen, da dessen Fall und die Übernahme der Kontrolle über das Land (oder dessen größten Teil) durch antifaschistische Kräfte von der Weltgemeinschaft als endgültige, katastrophale Niederlage der USA empfunden wird  – der Planet wird ausser Kontrolle geraten, jedoch gibt es bereits keine Ressourcen mehr für deren Wiederherstellung (Anm. d. Ü.: gemeint sind wohl militärische und wirtschaftliche Ressourcen).

Das heißt die Situation muss jetzt in den Griff bekommen werden. Da dies in der Ukraine nicht möglich ist, muss ein taktisches Manöver gefunden werden, welches die Niederlage in der Ukraine wieder wett macht. Für die USA sind solche Manöver Tradition – es muss ein neuer, weit seriöserer Konflikt geschürt werden, der die vorhergegangenen Niederlagen unbedeutend macht.

MOSKAU IST IN ALARMBEREITSCHAFT, DER SCHLAG MUSS JEDOCH DORT VERSETZT WERDEN, WO KEINER DAMIT RECHNET

Ich habe bereits über die hohe Wahrscheinlichkeit eines, den USA dienlichen Brandes in Europa geschrieben. Ein solcher Konflikt entspricht einer der bereits erwähnten unabdingbaren Bedingung – er wäre zweifelsfrei von größerem Maßstab als der ukrainische. Aber er erfüllt nicht die zweite Bedingung: die USA werden durch einen solchen Konflikt immer noch nicht als Gewinner dastehen. Ein „brennendes Europa“ würden die USA jedoch forcieren, wenn Washington klar wird, dass das Spiel verloren ist, und man damit zumindest ein Unentschieden herausholen und dem Opponenten die Früchte seines Erfolgs verderben könnte.

In Folgendem könnte die Ablehnung frühzeitig eine Niederlage einzugestehen und das Ergreifen von Maßnahmen, um Russland dessen Sieg zu verderben, teuer zu stehen kommen. Doch das sind Probleme der USA. Für uns jedoch ist von Bedeutung, dass die USA, um ihr Spiel zu verlängern und daraus siegreich hervorzukommen, die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) – als eine integrierende Vereinigung, die sich um Moskau herum verdichtet und die das Potential zu Ausweitung weit über die Grenzen der ehemaligen UdSSR besitzt – in Brand stecken müssen.

Belarus einen Schlag zu versetzen ist schwierig. Lukaschenko kontrolliert zu gut die Situation im Land. Ähnlich verhält es sich in Kasachstan – es ist schwierig Nazarbaew auszuspielen. Bei ihm ist die Lage im Land etwas schwieriger als bei Lukaschenko, jedoch ist er dafür auch deutlich erfahrener und auch einfach talentierter. Ausserdem steht Russland sowohl für Minsk als auch für Astana ein. Beide sind nicht nur Mitglieder der EAWU, sondern auch des OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) und: Belarus bildet zusammen mit Russland einen Staatenbund (auch wenn nur formal). Auf die Peripherie des EAWU gerichtete Schläge bringen also nichts. Der Schlag muss Russland treffen. Die USA bereiten sich vor für einen solchen Schlag. Ein notwendiges Opfer ist erbracht worden. Die Mobilisierungsbereitschaft der Moskauer Office-„Hamster“ und der oppositionellen pseudopolitischen Clique wurde überprüft. Eine neue Etappe der Straßenaktivitäten ist für den Anfang April angemeldet. Es wird erwartet, dass alles ein bis zwei Wochen vor dem 40. Tag seit Nemzows Tod beginnen wird und an diesem Tag das Peak an Aktivität erreicht wird.

Wo wird sie aber beginnen? Und wo erreicht sie das Peak? In Moskau? Nun, in der Regel ereigneten sich alle „bunten“ Umstürze in den Hauptstädten. Doch gibt es erstens keine Regeln ohne Ausnahmen und zweitens ist nicht von einem Umsturz die Rede – Russland weiß sich zu verteidigen und genießt die russische Regierung ausreichend hohes Vertrauen, um schnell und effektiv jegliche Aktivitäten der Opposition in der Hauptstadt zu blockieren. Und John Francis Tefft weiß das auch. Und auch das State Department. Und auch die CIA. In Moskau werden die „Bunten“ erwartet, der Schlag muss jedoch dort versetzt werden, wo dies am wenigsten erwartet wird.

Es würde denen zwar nichts ausmachen 10 oder 20 Tausend Nemzows in den Tod zu schicken, doch hat niemand in der russischen Regierung vor sie umzubringen – werden paar Wochen festgehalten und dann wieder auf freien Fuss gesetzt. Manch einer kriegt vielleicht eine Bewährungsstrafe. Und wenn doch einer hinter Gitter wandert, dann auch nur vereinzelt und auch für offensichtliche Verbrechen.

Die von den Regime-Gorillas verprügelte „das sind doch nur Kinder“-Märtyrer und andere beliebte Szenarios der USA ziehen in Moskau nicht. Mit solchen Aktionen schweißen sie die russische Gesellschaft nur noch mehr zusammen, steigern die Popularität der Regierung und lassen die Opposition in die Bedeutungslosigkeit abdriften.

ES GIBT JEDOCH IM LAND EINE STADT DIE MICH IN BEZUG AUF  DIE TAUGLICHKEIT ALS KEIMZELLE DER DESTABILISIERUNG BEUNRUHIGT

Mann könnte es versuchen St. Petersburg zu sprengen. Die Stadt ist symbolträchtig – Hauptstadt des Russischen Imperiums, das Fenster nach Europa, Putins Heimat, Protestort der Dekabristen, der größte Hafen im Baltikum und vieles andere. Und auch die St.Petersburgs Intelligenzija liebte stets zu frondieren und war in diesem Sinne ehrlicher als die Moskauer – war nicht wegen dem Geld in der Opposition (oder zumindest nicht nur wegen dem Geld), sondern wegen der Idee.

Die Zelte auf dem Senat-Platz würden also eine symbolische Wirkung haben, die gewaltsame Auflösung des Lagers könnte man mit der Erschießung der aufständischen Dekabristen durch die Garden-Artillerie vergleichen (die Videos hierzu mit Szenen aus Spielfilmen ergänzend). Jedoch benötigt man für eine Provokation solcher Art mehr als nur eine geeignete Bühne und motivierte Akteure. Die Praxis-Erfahrung aller Bunten Revolutionen zeugt von der Notwendigkeit der Putschisten sich sofort auf die Unterstützung der lokalen Machthaber stützen zu können oder zumindest auf deren wohlwollende Neutralität.

In Petersburg kann man damit nicht rechnen. Alleine schon der Status der Stadt, seine transporttechnische Nähe zu Moskau, die traditionelle Verbindung der beiden Städte lassen nicht nur eine verstärkte Aufmerksamkeit der Staatsgewalt vermuten, sondern auch praktisch uneingeschränkte Möglichkeiten operativ in das Geschehen einzugreifen. Das heißt, wenn die lokalen Staatsvertreter versagen, dann um so schlimmer für sie – solche Sachen in solchen Situationen werden nicht verziehen. Das Semjonow-Regiment („Semjonowskoje-Leibgarderegiment“) schaffte es im Dezember 1905 rechtzeitig aus St.Petersburg nach Presnja in Moskau zu kommen. Heute sind solche Schwierigkeiten nicht notwendig – ein verantwortlicher Beamter der in der Lage ist mit den vor Ort gegebenen Mitteln für Ordnung zu sorgen, braucht nicht mehr als 3 Stunden um in St.Petersburg zu sein, nachdem er den Befehl dafür bekommen hat.

St.Petersburg ist in Bezug auf Organisation von Unruhen, natürlich geeigneter als Moskau, dennoch nicht optimal. Was sollen die empörten „Kreaklen“ (Kürzel für Vertreter der „kreativen Klasse“) denn dort tun? Die Ermitage stürmen? Höchstens könnten sie das Verfassungsgericht blockieren.

Es gibt jedoch im Land eine Stadt die mich in Bezug auf die Tauglichkeit als Keimzelle der Destabilisierung beunruhigt. Das ist Ekaterinburg. In letzter Zeit ist die Situation in Ekaterinburg, wo es ein sehr aktiv agierendes US-Konsulat gibt – dem sich ab Mitte Februar auch noch die Engländer hinzugesellt haben – eingeheizt und mündet sogar in Antimaidan-Aktionen. Die Aktivisten führen sie sowohl in Ekaterinburg durch, waren aber hierzu vor einiger Zeit auch in Moskau.

DIE PUTSCHISTEN BRAUCHEN IN EKATERINBURG NICHTS ZU STÜRMEN

Die Haltung der lokalen Machthaber ist derzeit unklar. Die Antimaidan-Aktivisten bezichtigen sie der Verschwörung mit potentiellen Putschisten, sie können sich jedoch auch irren. Dennoch wird die Maidan-Stimmung in Ekaterinburg zweifelsfrei von einflussreichen, der lokalen Elite zugehörigen Leuten unterstützt. Am meisten stechen dabei die Universitätsleiter hervor. Dabei stellt Ekaterinburg als die drittgrößte Stadt Russlands, auch noch eine Stundenstadt dar und sind Studenten ein besonders mobiles und brennbares, von Natur aus oppositionelles „Material“. Die Uni-Leitung kann die gefährlichen Aktivitäten ihrer Schützlinge sowohl blockieren als auch fördern.

Im Großen und Ganzen können die potentiellen Putschisten wenn nicht mit deren Unterstützung, dann zumindest mit einer abwartenden (faktisch neutralen) Haltung der lokalen Machthaber rechnen.

Letztendlich ist Moskau weit weg. In der Regel versuchen alle lokalen Machthaber eine offene Konfrontation zu vermeiden und jeden Konflikt zu vertuschen, noch bevor das Machtzentrum anfängt sich sorgen zu machen. Bis Moskau durchblickt was vor sich geht, kann so wertvolle Zeit gewonnen werden. Dabei ist es für die Putschisten überhaupt nicht nötig, dass die lokalen Machthaber auf ihre Seite übergehen. Es reicht schon, wenn sie authentisch handeln und den Konflikt zu unterdrücken versuchen ohne hart durchzugreifen.

Damit werden in Ekaterinburg zwei zwingend notwendige Bedingungen erfüllt:

•ausgebildete „Revolizer“ (das US-Konsulat ist ja nicht vergebens so viele Jahre aktiv gewesen)

•es wird eine passive Haltung der Machthaber in den ersten drei bis fünf kritischen Putsch-Tagen erwartet.

(Anmerkung des Übersetzers: der Bürgermeister Ekaterinburgs, Evgenij Roisman ist eine sehr suspekte, offensichtlich „prowestlich“ und damit kapitalistisch-neokolonialistisch orientierte und mit allen Oppositionellen Russlands sich gut verstehende Person)

Nehmen wir mal an, der Putsch ist geglückt. Doch was bringt er? Moskau ist weit weg und es gibt nicht mal die Ermitage, von dem Verfassungsgericht ganz zu schweigen. Er bringt vieles. Ekaterinburg ist nicht nur die drittgrößte Stadt Russlands und auch nicht nur ein Industrie-Zentrum, in dem auch Unternehmen des militärisch-industriellen Komplex, inklusive der Raketen- und Raumflug-Sparte, konzentriert sind. Das Wichtigste ist, dass Ekaterinburg ein Verkehrsknotenpunkt ist, der das Zentrum des Landes mit dem Fernen Osten (Russlands), Sibirien und der Erdöl- und Erdgas-Industrie der Tjumen-Region verbindet. Von dort gehen auch Straßen Richtung Kasachstan. Und als Sahnehäubchen ist Ekaterinburg die Hauptstadt der potentiellen „Ural-Republik“. Die Versuche zu Zeiten Jelzins diese zu gründen, haben viele längst und nachhaltig vergessen. Doch kann man die Idee ja wiederbeleben. Zumal die Ideen á la  „Freies Sibirien“ oder ähnliches mithilfe derselben Geldgeber aktiv entwickelt werden, die auch die allgemeine „Bunte Revolution“-Bewegung in Russland finanzieren.

Im Allgemeinen müssen die Putschisten in Ekaterinburg nichts erstürmen. Damit Moskau ernsthaft beunruhigt wird und die Welt von der „Instabilität Russlands“ sich überzeugen kann, reicht lediglich das Blockieren der durch Ekaterinburg verlaufender Transportverbindung zwischen den asiatischen Teilen und dem Zentrum des Landes. Flugzeuge werden natürlich weiterhin fliegen, jedoch kann schon alleine das Blockieren der Eisenbahnverbindung die Gefahr eines ökonomischen Kollapses provozieren. Und was wenn auch noch Autobahnen blockiert werden? Und was wenn parallel dazu verschiedene sibirische und Ural-Separatisten anfangen sich zu huschen?

Ja, man kann das alles relativ einfach unterdrücken, vorausgesetzt unsere angelsächsische Partner haben keine bewaffneten Kämpfer vorbereitet und die lokalen Sicherheitsstrukturen (zum Teil auch die Polizei) handeln unerschütterlich. Die Putschisten versuchen während eines jeden Umsturzes beliebige, selbst ehemalige Ordnungshüter zu finden, die bereit sind sie öffentlich zu unterstützen, um zu „beweisen“, dass „die Polizei zusammen mit dem Volk ist“ und damit die Ordnungshüter zu demoralisieren.

DIE AMERIKANER SIND SCHON SEIT LANGEM IN EKATERINBURG UND SIND SEHR AKTIV

Dennoch ein, auch wenn nur kurzfristiger,  Abbruch der Verbindung zwischen den Teilen einer Supermacht, erzeugt in jedem Falle äußerst negative Eindrücke bei ihren realen und potentiellen Verbündeten, weil dadurch die Fähigkeit den Verbündeten beizustehen in Frage gestellt wird, wenn das Land nicht in der Lage ist ihre eigenen strategisch wichtigen Transportrouten zu sichern. Wenn es  jedoch gelingt die Polizei unschädlich zu machen, dann gelingt es in Ekaterinburg blutige Unruhen mit Pogromen und Bränden zu provozieren, das wäre der Optimalfall für die USA. Dann kommt nur noch eine gewaltsame Unterdrückung in Frage, jedoch verfügt nur das Militär über eine, solchen Umständen entsprechende Mobilität.

In jedem Fall werden selbst ein paar blutige Separatisten-Nasen bei Zusammenstößen mit der Polizei und unter der Voraussetzung zumindest einer kurzeitigen Blockade der transkontinentalen Transportadern, einen zusätzlichen Auftrieb und Motivation verleihen für Aktionen in Moskau, eventuell in St. Petersburg und im schlimmsten Fall auch in mehreren anderen Großstädten des Landes. Natürlich kann dabei von einem Machtwechsel keine Rede sein – dafür ist die Macht ausreichend gefestigt (die „Freiheitskämpfer“ werden das von den Strippenziehern natürlich nicht erfahren). Doch Bilder von einem „aufständischem Russland“, dem „Freien Ekaterinburg“, den „Sibirischen Republikanern“ usw. zusammen mit den „Beweisen“ der „Brutalität des Regimes“ wird den Massenmedien geliefert sein.

Denn in der modernen Welt findet nicht das statt, was statt findet, sondern das was im TV gezeigt wird. Wenn das Bild vom Putsch einigermaßen überzeugend gelingt, dann wird der Image-Schaden zusammen mit den politischen und diplomatischen Verlusten auf der internationalen Arena durchaus mit den Verlusten und Schäden vergleichbar sein, die Moskau im Falle einer Niederlage in der ukrainischen Krise erleiden würde.

Und nicht zu vergessen, dass dadurch die Aufmerksamkeit der Welt von der Lage in der Ukraine abgelenkt wird, wo die USA verlieren, und wird auf ein Ereignis gelenkt, welches die Russische Föderation im negativen Licht erscheinen und als eine instabiles, zum Zerfall neigendes Land deuten lässt.

Denke, dass das einer der Fälle ist, bei denen die Gefahr nicht überschätzt werden kann. Die Amerikaner sitzen in Ekaterinburg schon lange und sind sehr aktiv. Das sind keine Jungs, die derartige Projekte ausschließlich aus Liebe zur Kunst auf die Beine stellen.

IST ES NICHT MÖGLICH EIN LAND REAL ZU DESTABILISIEREN, DANN SOLLTE DIES VIRTUELL GESCHEHEN – ES WIRD SPÄTER EH KEINER VERSTEHEN KÖNNEN, WAS IN WIRKLICHKEIT GESCHEHEN IST

Die Lage ist für die USA kritisch und es findet eine Mobilisation aller Mittel statt, die noch an die Front des netzwerkzentrierten Krieges mit Russland geworfen werden können. Die Jungs in Ekaterinburg dürfen die US-Gelder nicht umsonst bekommen haben. Selbst wenn ein bunter Putsch nicht möglich ist, sollen sie doch zumindest so tun als ob sie kurz vor dem Sieg standen. Ist es nicht möglich ein Land real zu destabilisieren, dann sollte dies virtuell geschehen – es wird später eh keiner verstehen können, was in Wirklichkeit geschehen ist.

Ist Ekaterinburg der einzige Punkt Russlands an dem die Imitation von „Massen-Protesten“ möglich ist?  Ich denke nicht. Es gab ausreichend Zeit sich in sieben bis zwölf Städten gut vorzubereiten. Jedoch muss Ekaterinburg die Schlüsselrolle spielen. Der hiesige Erfolg führt zum Erfolg der Gesamt-Operation. Bei einer Niederlage verhält es sich ähnlich.

Und dass in Ekaterinburg Millionen von Menschen von einem Putsch nichts ahnen und nicht mal wissen, dass in deren Stadt die USA ein Konsulat haben,  bedeutet rein gar nichts. In Kiew, einer Stadt mit nominalen 2,6 Millionen und realen 5 Millionen Einwohnern, wurde der Putsch von 4-5 tausend Nazis durchgeführt, von denen nur einige hundert bewaffnet waren. Dafür werden die Toten mittlerweile in zehntausenden gezählt und ein Ende des Bürgerkriegs, der die Ukraine vernichtet hat und dabei ist die Bevölkerung zu vernichten, ist nicht in Sicht.

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