Deutsche Presse schweigt und lügt über den ukrainischen Friedensmarsch / Kreuzprozession

Die einzigen Medien die darüber berichten (taz, Süddeutsche, heute.de, Deutschlandfunk) schildern auffallend „neutral“ die Sichtweise der ukrainischen Neonazis und der nationalistischen Politiker in der Ukraine und lügen über die Anzahl der Teilnehmer. So schreibt Deutschlandfunk: „Aufnahmen aus der Vogelperspektive zeigen: Solche Zahlen sind ganz sicher übertrieben. Die Angaben der ukrainischen Behörden sind näher an der Wahrheit.“ und meint damit, dass es nicht mehr als 1100 Pilgerer (300 aus dem Westen unterwegs und 800 aus dem Osten) wären. Doch die vermeintlichen Aufnahmen aus der Vogelperspektive findet man in diesem Artikel nicht.

Hier ein paar Aufnahmen die eher die Angaben der Organisatoren der Kreuzprozession (10.000 Teilnehmer) bestätigen. Selbst kurz vor Kiew, beim Passieren einer mißglückten Blockade des Rechten Sektors und nach zahlreichen öffentlichen Drohungen durch bewaffnete ukrainische Ultra-Nationalisten, scheinen es mindestens ein paar Tausend Teilnehmer zu sein (Bild 5 von links):

Auch diese Bilder von der Blockade durch den Rechten Sektor findet man nicht in den wenigen Artikel, obwohl offensichtlich zahlreiche Journalisten anwesend waren:

Auch berichtet Goebbelsfunk… ähm… ich meine Deutschlandfunk darüber, dass die Pilgerer Georgsbänder tragen würden und damit Gewaltandrohungen durch den Rechten Sektor provozieren würden. Abgesehen, davon, dass es für den Deutschlandfunk offensichtlich ok ist, wenn für das angebliche Tragen prorussicher Symbolik, Omas und Opas von Neonazis bedroht werden, lässt Deutschlandfunk sich wieder bei einer Lüge ertappen. Denn Aufnahmen von Teilnehmern mit Georgsbändern, die auf ukrainische Neonazis und Ultra-Nationalisten wie ein rotes Tuch wirken sollen, findet man in dem Artikel ebenfalls nicht. Auch wird (bewusst?) nicht erwähnt, dass die Organisatoren die Pilgerer aufgefordert haben keine Georgsbänder zu tragen. Das einzige Bild, das man in den ukra-faschistischen Medien, die über Georgsbänder bei dem Friedensmarsch berichten, findet, ist dieses hier:

Abgesehen davon, dass das Bild schlechter Qualität ist und nur einen kleinen Teil der Prozession(?) darstellt, soll die Aufnahme in Charkow entstanden sein, also ganz am Anfang der Prozession, bei der die Anzahl der Teilnehmer maximal sein dürfte (10.000). Dieses eine Bild als Beweis für separatistische Absichten des Friedensmarsches zu nehmen, kann daher nur als gezielte Desinfo aufgefasst werden.

Zum Schluß setzt Deutschlandfunk noch eins drauf: „Die Stimmung in der ukrainischen Hauptstadt ist aufgeheizt, die meisten Bewohner werden froh sein, wenn der Friedensmarsch vorüber ist.“ Zum einen ist nicht klar auf welcher Grundlage Deutschlandfunk damit suggerieren will, dass die meisten Bewohner gegen den Friedensmarsch wären. Zum anderen wenn man schon pauschale Aussagen macht, dann wären wohl die meisten Bewohner der Ukraine und nicht nur Kiews gegen den Krieg und nicht gegen den Friedensmarsch.

Auch heute.de propagandiert mittels einer vermeintlich neutralen Haltung die Position der ukrainischen Neonazis und Ultra-Nationalisten und übernimmt auch deren Bezeichnung des Friedensmarsches als „Marsch der Russischen Welt“. Nach meinen Recherchen sprechen die Organisatoren lediglich von Friedensmarsch und findet sich der Begriff „russische Welt“ hauptsächlich auf Portalen der Ukra-Faschisten. Das russische Wort „мир“ bedeutet nämlich sowohl „Frieden“ als auch „Welt“, sodass die ukrainischen Neonazis und Ultra-Nationalisten offensichtlich den eigentlich Sinn für ihre Propaganda in „russische Welt“ umdeuteten, um dem Marsch einen aggressiven, missionarischen Charakter zu verleihen. So spricht man in diesem ukrainischen Artikel davon, dass die Pilgerer die „Russische Welt“ nach Kiew tragen würden und dass unter ihnen Pilgerer wären, die athletisch und damit nicht religiös aussehen würden (LOOOOOL).

Die taz macht da schon einen fortschrittlicheren Eindruck und zitiert einen Teilnehmer der Prozession: „Ich hasse die Russen und alles Russische nicht“, sagt der Ukrainer. „Und es ist nun mal so gekommen, dass meine Familie sich immer schon zur ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats bekannt hat. Aber dennoch liebe ich meine Heimat, die Ukraine.“. Dabei belässt es die taz jedoch auch und führt für den Rest des Artikels Argumente und Lügen der ukrafaschistischen Propaganda auf.

Auch die Süddeutsche plappert lediglich ukrainische Neonazi-Propaganda nach und suggeriert, dass russisch-orthodoxe Ukrainer keine Ukrainer sondern alles Agenten des Kremls wären, indem gleich zu Anfang betont wird, dass die Organisatoren der Prozession dem Moskauer Patriarchat unterstehen. Als ob das eine Drittel der ukrainischen orthodoxen Christen jetzt plötzlich zu dem Kiewer Patriarchat wechseln müsste, welches erst 1992 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstand. Tatsächlich haben das bereits viele gemacht. 2010 waren es noch 17% aller Ukrainer, die dem Moskauer Patriarchat angehörten gegenüber 11% unter dem Kiewer Patriarchat. Heute sollen noch 1/3 der orthodoxen Christen (also ca. 10% der Bevölkerung oder 4 Mio Ukrainer) dem Moskauer Patriarchat angehören. Mit solcher Propaganda wird also ein immer noch großer Teil der Ukrainer zu Volksfeinden diffamiert.

Diese vier Artikel, sind die einzigen, die über dieses seit mehreren Wochen stattfindende Ereignis berichten. Ohne Bilder, ohne Videos, voll mit ukrafaschistischer Propaganda und Rechtfertigungen für Bedrohungen der Prozessionsteilnehmer und für die Unterdrückung der Prozession seitens der Behörden. Die deutschen Medien sind damit wahrhaftig Faschistenversteher.

NACHTRAG:
Das hat der SWR auf eine Frage hin, warum SWR nichts über den Friedensmarsch berichtet, geantwortet:
„Bis heute haben wir von den unabhängigen Agenturen, von denen wir Bildmaterial erhalten (Reuters, AP, AFP), keine einzige Meldung und auch kein Videomaterial von diesem Marsch erhalten. Gemäss den Recherchen unseres Korrespondenten ist der Marsch auch bei weitem nicht so gross, wie er dargestellt wird. Aus diesen Gründen findet das Ereignis im Moment keine Berücksichtigung in unseren Nachrichtensendungen. Falls wir jedoch Bilder vom Eintreffen des Marsches in Kiew erhalten sollten, werden wir darüber berichten.“

http://www.srf.ch/sendungen/hallosrf/warum-berichtet-srf-nicht-ueber-den-friedensmarsch-in-der-ukraine

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